MAN-Entwicklungsteam für autonomes Fahren ist „Engineering Team of the Year“
- „MAN TruckScenes”-Team gewinnt als „Engineering Team of the Year“ den „ADAS & Autonomous Vehicle International Award“
- MAN stellt mit „TruckScenes“ als weltweit erster Hersteller mehrere Hundert Gigabyte Daten von 747 realen Fahrsituationen kostenlos zur Verfügung
- MAN treibt den Einsatz autonomer Lkw im Hub-to-hub- Verkehr voran und erhöht damit Sicherheit und Effizienz
Die Auszeichnung „Engineering Team of the Year” beim „ADAS & Autonomous Vehicle International Award“ geht an MAN Truck & Bus. Die Jury aus international renommierten Experten zeichnete ein MAN-Entwicklerteam für die Freigabe eines Datensatzes aus, der 747 Szenen aus Versuchsfahrten im öffentlichen Straßenverkehr beinhaltet. Auf Grundlage dieser so genannten „TruckScenes“ können Forscherinnen und Forscher aus aller Welt das autonome Fahren von Nutzfahrzeugen schneller vorantreiben. Das Entwickler-Team aus München nahm den renommierten Award im Rahmen der „ADAS & Autonomous Vehicle Technology Expo“ in Stuttgart entgegen.
„Diese Datenfreigabe fördert die Standardisierung von Datenformaten zwischen Herstellern, Universitäten und Softwareentwicklern. Sie ermöglicht zudem einen standardisierten Vergleich von Ergebnissen und Methoden wissenschaftlicher Studien und vereinfacht die Zusammenarbeit mit externen Entwicklungspartnern“, sagt Anthony James, Chefredakteur des Magazins „ADAS & Autonomous Vehicle International“, das den Preis vergibt.
Basis für autonome Trucks
Die Entwicklung des autonomen Fahrens erfordert eine große Menge an Trainingsdaten. Damit lernen Automatisierungssysteme, Trucks sicher durch den Verkehr zu steuern. Genau hier kommt der „MAN TruckScenes“-Datensatz ins Spiel: Er umfasst Szenen aus dem realen Straßenverkehr, vor allem von deutschen Autobahnen, den zugehörigen Zubringerstrecken und von Güter-Terminals. Die Daten sind typisch für Hub-to-Hub-Verkehre – also Verkehre zwischen Logistik-Knotenpunkten. Hier sieht MAN ein erstes Einsatzszenario für das fahrerlose Fahren von Lkw auf der Langstrecke. Die Daten stammen von Versuchsfahrzeugen, die mit vier Kameras, sechs Lidar- und sechs Radar-Systemen sowie zwei inertialen Messeinheiten zur Bestimmung der Lage im Raum (IMS) und Navigations-Satelliten ausgestattet sind.
Zahlreiche Downloads
Bei den Entwicklern autonomer Fahrzeuge aus aller Welt kommen die „MAN TruckScenes“ gut an. Seit der Veröffentlichung steigen die Download-Zahlen des mehrere hundert Gigabytes umfassenden Datensatzes kontinuierlich. Kein Wunder: Noch nie hat ein Lkw-Hersteller solche Datenaufzeichnungen frei zugänglich gemacht. Hinzu kommt, dass ähnliche Datensätze aus der Pkw-Entwicklung im Truck-Bereich wenig hilfreich sind – denn Lkw fahren in anderen Umgebungen als Pkw, haben meist zusätzlich einen Anhänger, benötigen mehr Sensoren und müssen wegen ihres langen Bremswegs auch deutlich weiter nach vorne „sehen“ können.
„Wir sind sehr stolz auf diesen Preis, denn er bestätigt, dass wir mit unserem Automatisierungsansatz auf dem richtigen Weg sind“, sagt Dr. Frederik Zohm, Vorstand Forschung und Entwicklung bei MAN. „Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir diesen riesigen technologischen Schritt nur gemeinsam mit Partnern auf die Straße bringen können. Aus diesem Grund veröffentlichen wir unsere Daten, damit auch andere davon profitieren. Das nutzt uns allen – und bringt diese wichtige Innovation in Deutschland und Europa voran.“
Autonomes Fahren bei MAN
MAN treibt das autonome Fahren mit diversen Forschungs- und Entwicklungsprojekten voran. Im Fokus steht das autonome Fahren zwischen Logistikhubs auf Autobahnen und Schnellstraßen, wie es die deutsche Gesetzgebung bereits seit 2021 grundsätzlich ermöglicht. 2024 fuhr MAN als erster Nutzfahrzeughersteller mit einem autonomen Prototypen auf der Autobahn.