03
November
2026
|
17:00
Europe/Amsterdam

Bitte einsteigen! MAN und MVG starten autonome Busfahrten mit Testnutzern in München

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  • Ab 17. November sollen Testnutzerinnen und Testnutzer im autonomen MAN eBus mitfahren können
  • Fahrten finden montags bis freitags auf der MVG-Linie 178 im Münchner Norden statt
  • Großes Interesse: Mehr als 2.000 Voranmeldungen für eine Mitfahrt sind bereits eingegangen
  • Testbetrieb im Rahmen des Projekts MINGA läuft bis Juni 2027
  • Erfahrungen der Fahrgäste sollen wichtige Erkenntnisse für den Betrieb autonomer Busse liefern

Vom Testbetrieb zum Fahrerlebnis: Nachdem der automatisierte MAN Lion’s City 12 E seit Anfang September auf der Münchner Linie 178 im öffentlichen Straßenverkehr erprobt und die Strecke für den autonomen Betrieb vorbereitet wurde, beginnt im Projekt MINGA nun die nächste entscheidende Phase. MAN Truck & Bus und die Stadtwerke München (SWM) mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) starten gemeinsam mit dem Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München den Betrieb mit Testnutzerinnen und Testnutzern. Ab 17. November sollen sie erstmals im autonomen MAN eBus zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl mitfahren können. Die Fahrten finden montags bis freitags statt. Zum Start hatten die MINGA-Partner Pressevertreterinnen und -vertreter zu einer ersten öffentlichen Testfahrt eingeladen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger: „Autonomes Fahren kann zu einem leistungsfähigen Nahverkehr beitragen. Deshalb unterstützen wir als Bundesverkehrsministerium innovative Projekte – wie MINGA mit rund 13 Millionen Euro. Deutschland ist Autoland. Unser Anspruch muss sein, auch bei Bussen und neuen Mobilitätstechnologien an der Spitze zu stehen. Entscheidend ist, Innovation auf die Straße zu bringen. Dafür müssen Hersteller, Verkehrsunternehmen, Kommunen und Politik gemeinsam vorangehen. MINGA zeigt, wie das in der Praxis gelingen kann.“

Münchens Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Zukünftig eröffnen autonome Busse neue Möglichkeiten für den öffentlichen Nahverkehr in München. Wir erleben gerade Zeiten, in denen Personalmangel und die angespannte Haushaltslage den tagtäglichen Betrieb unter Druck setzen. Dass wir als eine der ersten deutschen Städte eine solche Zukunftstechnologie erproben, ist ein starkes Signal für den Innovationsstandort München. Besonders wichtig ist mir, dass im Projekt MINGA die Barrierefreiheit nicht zu kurz kommt und die Fahrgäste selbst einbezogen werden: Ihre Erfahrungen und ihr Sicherheitsempfinden sind entscheidend dafür, dass sich diese Technologie im Alltag durchsetzt. Ich danke den Partnerinnen und Partnern aus Bund, Wissenschaft und Wirtschaft, die diesen Weg gemeinsam mit uns gehen. Ich lade die Münchnerinnen und Münchner ein, den autonomen eBus auf der Linie 178 auszuprobieren und ihn mitzugestalten."

Auch das Interesse der Bevölkerung an der neuen Technologie ist groß: Für eine Mitfahrt im autonomen MAN eBus sind bereits mehr als 2.000 Voranmeldungen eingegangen. Bis Juni 2027 soll der Betrieb mit Testnutzerinnen und Testnutzern laufen. Bis zu diesem Zeitpunkt können Interessierte in dem 12 Meter langen MAN Lion's City 12 E, der von MAN und seinem Technologiepartner ADASTEC automatisiert wurde, Platz nehmen. Während des gesamten Projekts befindet sich jederzeit Sicherheitsfahrpersonal an Bord, das die Fahrzeugführung bei Bedarf unmittelbar übernehmen kann.

„Mit den ersten Testfahrten können Fahrgäste unsere Technologie nun im Alltag erleben. Das ist ein entscheidender Schritt. Denn neben einer sicheren und zuverlässigen Technik braucht es das Vertrauen der Menschen in autonome Fahrzeuge und das möchten wir gewinnen. Die jetzt gewonnenen Erfahrungen aus dem MINGA-Projekt fließen direkt in die Weiterentwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen und weitere Anwendungen ein. Wir sind froh, diese Technologie als deutscher Nutzfahrzeughersteller in Europa für Europa zu entwickeln und das Projekt mit einem so professionell funktionierenden Konsortium umsetzen zu können“, sagt Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus.

„Wir freuen uns, dass die Münchner Bürger*innen nun die Gelegenheit haben, aktiv an der Weiterentwicklung unseres autonomen Bus-Services mitwirken können. Das Feedback der Fahrgäste ist für uns von großer Bedeutung, um die Technologie noch besser auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen abzustimmen und den öffentlichen Nahverkehr in München zukunftsfähig zu gestalten. Der nächste Schritt im Projekt MINGA ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem zuverlässigen und attraktiven Angebot für alle und schafft die Grundlage dafür, das attraktive Angebot im Nahverkehr aufrecht zu erhalten und bedürfnisorientiert weiterzuentwickeln. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen und Anregungen, die uns die Testfahrten liefern werden, und freuen uns, als einer der ersten deutschen Städte einen autonomen Bus-Service umsetzen zu dürfen“, sagt Georg Dunkel, Mobilitätsreferent der Landeshauptstadt München.

„Der Betrieb mit Testnutzerinnen und Testnutzern ist für die MVG als Betreiberin des öffentlichen Nahverkehrs ein wichtiger Schritt: Aus der technischen Erprobung wird ein Angebot, das Fahrgäste unter realen Bedingungen erleben können. So gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die sichere, praxisnahe und kundenorientierte Einbindung autonomer Busse in den öffentlichen Nahverkehr. Entscheidend ist für uns, ob und wie sich autonome Busse skalieren und künftig zuverlässig sowie wirtschaftlich in einen effizienten Linienverkehr integrieren lassen. Mit dem automatisierten 12-Meter-Bus erproben wir dabei erstmals eine Fahrzeuggröße, die das Potenzial für einen leistungsfähigen Einsatz im regulären Busbetrieb bietet“, ergänzt Sinaida Cordes, Prokuristin von SWM und MVG.

Jetzt für eine Mitfahrt auf der Linie 178 anmelden

Der autonome eBus wird als zusätzliches Fahrzeug auf der bestehenden Linie 178 eingesetzt und simuliert einen späteren Einsatz im regulären Linienbetrieb unter möglichst realen Bedingungen. Die Linie ist dafür besonders gut geeignet, da sie unterschiedliche Verkehrssituationen, wie Hauptverkehrsachsen, Tempo-30-Zonen, Parkgebiete und Unterführungen vereint und damit das abwechslungsreiche Münchner Busnetz gut abbildet. Die Mitfahrt der Testnutzerinnen und Testnutzer erfolgt im Rahmen einer geschlossenen Nutzergruppe. Insgesamt bietet der MAN Lion's City 12 E rund 30 Sitzplätze sowie einen Rollstuhlplatz. Interessierte können sich unter mvg.de/minga-anmeldung registrieren, um in einem Interessentenpool aufgenommen zu werden. Weitere Informationen erhalten sie dann per E-Mail.

Testbetrieb wird wissenschaftlich begleitet

Die Erfahrungen der Fahrgäste während der Testfahrten sollen wichtige Erkenntnisse dazu liefern, wie autonome Fahrsysteme im öffentlichen Nahverkehr betrieben werden können und wie sie von der Öffentlichkeit angenommen werden. Die wissenschaftliche Begleitung des Testbetriebs erfolgt durch die Technische Universität München (TUM) sowie der Universität Stuttgart. Im Rahmen freiwilliger Befragungen vor und nach der Fahrt werden die Eindrücke der Fahrgäste sowie ihr Sicherheitsempfinden erfasst. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Barrierefreiheit. Ergänzend werden bei ausgewählten Fahrten vertiefende Beobachtungsstudien und freiwillige Interviews mit Fahrgästen zur Bewertung der Akzeptanz und des Sicherheitsempfindens autonomer Fahrzeuge durchgeführt.

Bereits seit Anfang September ist der automatisierte MAN Lion's City 12 E, der mit fünf LiDAR-Sensoren, sechs Radaren, acht Kameras und einer satellitengestützten Positionsbestimmung ausgestattet ist, auf der Linie 178 unterwegs. Begleitet von speziell geschultem Sicherheitsfahrpersonal von MAN und MVG wurden in den letzten Wochen umfangreiche Streckendaten erfasst. Diese bilden die Grundlage dafür, dass der Stadtbus die Strecke nun eigenständig und sicher befahren kann. „Das Fahrzeug lenkt dabei unter anderem selbst, gibt Gas, bremst und blinkt. Das Sicherheitsfahrpersonal bleibt dennoch jederzeit an Bord, um die Systeme zu überwachen“, erklärt Dr. Michael Roth, Leiter Bus-Strategie und Produktstrategie Bus bei MAN. Vor dem Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr hat der automatisierte Elektrobus zudem ein umfangreiches Testprogramm auf dem MAN-Gelände erfolgreich absolviert und die erforderlichen technischen Prüfungen durch den TÜV und weitere Genehmigungsverfahren durchlaufen.

Autonome Busse für die Mobilität der Zukunft

Mit dem Einsatz von autonomen Bussen wollen die Projektpartner den öffentlichen Personennahverkehr der Zukunft effizienter, flexibler und nachhaltiger gestalten. Insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Städte und eines zunehmenden Fahrermangels bieten autonome Systeme großes Potenzial zur Sicherstellung und Verbesserung des Mobilitätsangebots. Deshalb arbeitet MAN bereits seit Jahren an fahrerlosen Bussen. Im Forschungsprojekt MINGA setzt MAN mit ADASTEC als Technologiepartner auf einen spezialisierten Anbieter für automatisierte Fahrsysteme.

SWM und MVG verantworten die betriebliche Einbindung des Testbetriebs in das Münchner Busnetz. Dazu gehören die Durchführung der Fahrten auf der Linie 178, der Einsatz des geschulten Sicherheitsfahrpersonals sowie die Information und Begleitung der Testnutzerinnen und Testnutzer.

Forschungsvorhaben MINGA läuft bis Juni 2027

Das Forschungsvorhaben MINGA „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“ bündelt seit 2023 die Kompetenz von insgesamt 16 Partnern aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft. Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München verantwortet als Konsortialführer das Gesamtprojekt. Ziel ist es, automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen in das bestehende Verkehrssystem zu integrieren und zentrale Fragestellungen zu Technik, Regulierung, Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit und Betrieb zu beantworten. Gefördert wird das Projekt dabei bis Mitte 2027 mit rund 13 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen der Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“. Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter mvg.de/minga-anmeldung und muenchenunterwegs.de/minga.

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