„Beyond Diesel“: Wie elektrische Lkw heute zum Wettbewerbsvorteil werden
Ein neuer Strategiereport von MAN Truck & Bus mit dem Titel „Beyond Diesel“ zeigt anhand von drei internationalen Flotten mit unterschiedlichem Elektrifizierungsstand, dass Frühstarter sich einen strukturellen Vorteil erarbeiten.
· Lkw-Markt wird sich strukturell verändern: Ab 2030 werden Studien zufolge voraussichtlich 15 bis 35 Prozent der neu zugelassenen Lkw in Europa batterieelektrisch fahren
· 2035 haben voraussichtlich 50 Prozent der europäischen Spediteure und Transporteure mindestens einen batterieelektrischen Lkw in der Flotte
· Elektrifizierung entwickelt sich mittelfristig zur Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Geschäftserfolg
· Elektrische Lkw entfalten ihr wirtschaftliches Potenzial im Depot durch Smart Charging und Energielösungen wie Photovoltaik und Speicher
· Gesamtkosten-Vorteile nach fünf Jahren von bis zu 13 Prozent gegenüber Diesel erreichbar
Der jüngst von MAN Truck & Bus veröffentlichte Strategiereport „Beyond Diesel“ zeigt, wie durch den Umstieg auf batterielelektrische Lkw ein struktureller Wettbewerbsvorteil entstehen kann – und warum eTrucks zunehmend über den Zugang zu Kunden und Aufträgen entscheiden. Batterieelektrische Lkw sind längst keine Zukunftstechnologie mehr, sondern operative Realität: Mehr als 15.000 eTrucks fahren bereits täglich auf Europas Straßen, die von rund 5.000 Spediteuren und Transporteuren betrieben werden.
Der Nutzfahrzeugmarkt verändert sich strukturell und wird diese Entwicklung auch fortschreiben: Die EU schreibt sinkende CO₂-Flottenwerte für die Hersteller vor (minus 45 Prozent bis 2030 und minus 90 Prozent bis 2040) und immer mehr Verlader fordern emissionsfreien Transport bereits in ihren Ausschreibungen. Elektrifizierung wird damit von der Kür zur Pflicht. Der Anteil batterieelektrischer Neuzulassungen soll renommierten Studien zufolge ab 2030 auf 15 bis 35 Prozent steigen.
Wer früh mit der Elektrifizierung seiner Depots und Flotten startet, kann oft von höheren Preisen für Zero-Emission-Transporte profitieren, sich als zentraler Bestandteil emissionsarmer Lieferketten positionieren und die notwendigen Kompetenzen rund um Energieerzeugung und -nutzung aufbauen, die für den langfristigen Erfolg entscheidend sein werden.
Gesamtsystem ist entscheidend
Der entscheidende Vorteil entsteht dabei nicht im Fahrzeug allein, sondern im Gesamtsystem aus Fahrzeug, Depot sowie Lade- und Energiemanagement. Über die Gesamtkosten bzw. Total Cost of Ownership (TCO) entscheiden Energiepreise, Ladeinfrastruktur sowie Maut- und CO₂-Kosten. Den größten Hebel bildet das Depot: Bis zu 90 Prozent aller Ladevorgänge finden schon heute und auch künftig am eigenen Standort statt, und mit Photovoltaik, Speicher und intelligentem Laden können die Energiekosten auf unter 16 Cent je Kilowattstunde sinken. Über einen Zeitraum von fünf Jahren können so TCO-Vorteile von bis zu 13 Prozent gegenüber dem Diesel entstehen.
Dass dies bereits heute funktioniert, belegt der MAN Strategiereport „Beyond Diesel“ an drei realen Kundenarchetypen, die an unterschiedlichen Punkten in ihrer Geschäftstransformation stehen: Foppiani Transport (Italien) steht für den strukturierten Einstieg, Betonwerk Bad Lausick (Deutschland) für die Skalierung über intelligente Energiesysteme und Schlager Transport Logistik (Österreich) für ein erfolgreiches Gesamtsystem.
BEV Starter: Der strukturierte Einstieg
Das familiengeführte Unternehmen Foppiani Transport aus Mailand fährt eine vollständig MAN-basierte Flotte im nationalen Linien- und Spezialverkehr. Mit einem elektrischen Sattelzug, einem E-Fahrgestell und einem weiteren bestellten MAN eTGX sowie Depotladung und einer 350-kWp-Photovoltaikanlage in Mailand zeigt Foppiani, wie sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein sorgfältig gewählter erster Streckenabschnitt zum Ausgangspunkt der Elektrifizierung entwickelt. Entscheidend war dabei die Einbindung der Kunden: „Der Mehrwert batterieelektrischer Lkw überwiegt die zusätzlichen Kosten – denn unsere Kunden sind bereit, für den gebotenen Nutzen einen Aufpreis zu zahlen“, so Pietro Zanon, Purchasing & Maintenance Manager bei Foppiani.
BEV Scaler: Skalierung und Wirtschaftlichkeit steht über allem
Im engen Zeitfenster der Betonlogistik setzt das mittelständische Unternehmen Betonwerk Bad Lausick auf fünf MAN eTGX mit sechs Batteriepaketen und ein durchdachtes Depot-Energiesystem aus 400-kW-Ladepunkten, 1,8 MWp Photovoltaik sowie Batteriespeichern an mehreren Standorten und erzielt so über fünf Jahre einen TCO-Vorteil von rund 500.000 Euro. Für Geschäftsführer Robin Schulze steht dabei die Wirtschaftlichkeit klar im Vordergrund: „Ich werde mich nicht hinstellen und Greenwashing betreiben. Über allem muss die Wirtschaftlichkeit stehen.“ Gerade diese nüchterne Kostenlogik macht das Beispiel für andere Flottenbetreiber glaubwürdig.
BEV System Operator: Elektrifizierung als Geschäftsstrategie
Für Schlager Transport Logistik ist die Elektrifizierung Teil der Geschäftsstrategie. Der österreichische Fernverkehrsspezialist betreibt bereits eine zur Hälfte batterieelektrische Flotte und will ab 2030 vollelektrisch fahren – gestützt auf ein integriertes Depot-Energiesystem am Standort Saxen mit rund 765 kWp Photovoltaik und 1,6 MWh Speicher. Inhaber Hubert Schlager hat den Business Case zunächst selbst in Excel durchgerechnet und sagt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass bereits heute rund die Hälfte des Nutzfahrzeug-Fuhrparks in Deutschland und Österreich wirtschaftlich elektrifiziert werden kann.“
„Die Beispiele zeigen: Elektrische Lkw sind heute bereits wirtschaftlich. Den entscheidenden Vorsprung sichern sich aber nur die Unternehmen, die das Gesamtsystem aus Fahrzeug, Depot sowie Lade- und Energiemanagement elektrifizieren. Wir als MAN sind dabei Partner für unsere Neu- als auch Bestandskunden und geben ihnen Klarheit darüber, wo sie in ihrer Transformation stehen und wie sie sich weiterentwickeln können“, sagt Roland Schurig, Vice President Zero Emission Projects bei MAN Truck & Bus.
Der vollständige Strategiereport „Beyond Diesel“ (Englisch) als auch die Zusammenfassung in Deutsch und Englisch stehen ab sofort unter press.mantruckandbus.com zum Download bereit.